Digitale Unterschrift
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min

Qualifizierte elektronische Signatur (QES): Was sie ist, wann Sie sie brauchen und wie sie funktioniert

Zuletzt aktualisiert:
25.3.2026
Frau in Business-Kleidung lächelt und schaut auf ihr Smartphone. Auf dem Bildschirm daneben ist eine digitale Signatur-App zu sehen, die ein Benutzerprofil und eine Unterschrift zeigt, symbolisierend den Prozess der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) für digitale Verträge.
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Stellen Sie sich vor, Sie schließen einen wichtigen Arbeitsvertrag, ein SEPA-Mandat oder einen Kreditvertrag ab – komplett digital, ohne Papier, ohne Postweg und ohne persönliche Termine. Klingt effizient? Ist es auch. Doch viele Unternehmen und Privatpersonen stehen dabei vor einer entscheidenden Frage: Reicht eine einfache digitale Unterschrift aus – oder brauchen Sie eine rechtssichere Lösung?

Genau hier kommt die qualifizierte elektronische Signatur ins Spiel. Sie ist die einzige digitale Signatur, die in der EU rechtlich einer handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist. Gerade bei digitalen Arbeitsverträgen, sensiblen Finanzdokumenten oder behördlichen Formularen entscheidet sie über Rechtsgültigkeit und Beweiskraft.

In diesem Experten-Guide erfahren Sie alles zum Thema "Qualifizierte elektronische Signatur":

  • Was sie ist
  • Wann sie gesetzlich vorgeschrieben ist und zur Anwendung kommt
  • Wie sie funktioniert
  • Wie Sie eine QES einfach und sicher erstellen

Was ist eine qualifizierte elektronische Signatur (QES)?

Die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist die sicherste Form der digitalen Signatur und ist rechtlich einer handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt.

Sie bietet das höchste Maß an Sicherheit und ist in der gesamten EU rechtlich anerkannt. Die QES basiert auf einem Zertifikat, das von einem akkreditierten Vertrauensdienstanbieter ausgestellt wird und den Unterzeichner eindeutig identifiziert.

Im Gegensatz zu einer einfachen digitalen Unterschrift erfüllt die QES strenge gesetzliche Anforderungen und ist der handschriftlichen Unterschrift rechtlich gleichgestellt. Sie eignet sich daher für besonders wichtige und rechtlich sensible Dokumente.

EES, FES oder QES – Was ist der Unterschied?

Nicht alle E-Signaturen bieten das gleiche Sicherheitsniveau. Grundsätzlich unterscheidet man drei Signaturarten, die eine unterschiedliche Sicherheitsstufe und Rechtswirkung haben.

Einfache elektronische Signatur (EES)

Die EES ist das einfachste Fernsignatur-Instrument. Sie besteht zum Beispiel aus einem eingescannten Bild einer Unterschrift, einem Klick auf einen Button oder einer Bestätigung per E-Mail.

Eigenschaften:

  • Keine sichere Identifikation
  • Leicht manipulierbar
  • Geeignet für interne oder informelle Dokumente
  • Geringe rechtliche Relevanz

Fortgeschrittene elektronische Signatur (FES)

Die FES bietet im Vergleich zur EES eine höhere Sicherheit und kann den Unterzeichner eindeutig identifizieren. Sie wird für wichtigere Verträge genutzt, ist jedoch rechtlich nicht mit der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt.

Eigenschaften:

  • Eindeutige Zuordnung zur Person
  • Manipulation erkennbar
  • Für viele B2B-Verträge geeignet

Qualifizierte elektronische Signatur (QES)

Die QES ist die einzige elektronische, qualifizierte Unterschrift, die rechtlich der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist. Sie bietet höchste Sicherheit und ist in stark regulierten Bereichen notwendig.

Eigenschaften:

  • Persönliche Identifizierung erforderlich
  • Qualifiziertes Zertifikat
  • Rechtlich wie Unterschrift per Hand: Hohe Rechtswirkung
Übersicht der eSignatur-Typen: Einfache eSignatur (EES) mit niedriger Sicherheit, bestätigt per Klick; Fortgeschrittene eSignatur (FES) mit mittlerem Sicherheitsniveau, authentifiziert per E-Mail-Bestätigung; und Qualifizierte eSignatur (QES) mit maximaler Sicherheit, einschließlich ID-Verifizierung der Unterzeichner. Vergleich der verschiedenen Sicherheitsstufen und Verwendungszwecke von elektronischen Signaturen.
Vergleich der Signatur-Level: Einfache, fortgeschrittene und qualifizierte Signatur.

Nicht sicher, welche Signatur Sie brauchen?

Die Unterschiede zwischen EES, FES und QES klingen in der Theorie klar – aber welches Level ist für Ihren konkreten Anwendungsfall das richtige? Unser interaktiver Signatur-Check gibt Ihnen in drei kurzen Fragen eine klare Empfehlung.

✦ Interaktiver Check

Welches Signaturlevel brauchen Sie?

Finden Sie in 3 kurzen Fragen heraus, ob EES, FES oder QES die richtige Wahl für Ihr Dokument ist.

Frage 1 von 3 0 %

Um welches Dokument geht es?

Wählen Sie die Kategorie, die am besten passt.

📝
Arbeitsvertrag / KündigungBefristet, unbefristet, Aufhebungsvertrag
🏦
Finanz- oder KreditvertragSEPA-Mandat, Darlehen, Versicherung
🏠
Immobilien / NotarKaufvertrag, Mietvertrag, Vollmacht
🤝
B2B- / DienstleistungsvertragNDA, SaaS, Lizenz, Rahmenvertrag
📋
Internes Dokument / SonstigesFreigaben, informelle Bestätigungen

Ist die Schriftform gesetzlich vorgeschrieben?

Schriftform bedeutet, das Gesetz verlangt ausdrücklich eine Unterschrift (z.B. § 126 BGB).

Ja, Schriftform ist Pflichtz.B. befristeter Arbeitsvertrag, Kündigung, Bürgschaft
Bin mir nicht sicherIch weiß es nicht oder es könnte sein
Nein, keine gesetzliche SchriftformEs gibt keine ausdrückliche Formvorschrift

Wie hoch ist das Haftungs- bzw. Streitrisiko?

Denken Sie an finanzielle Tragweite, vertragliche Laufzeit und mögliche Streitigkeiten.

🔴
HochHohe Summen, lange Laufzeit, großes Streitpotenzial
🟡
MittelModerate Summe oder mittlere Vertragslaufzeit
🟢
NiedrigWenig Haftung, einfache Bestätigung, kaum Streitrisiko
EESFESQES
SicherheitGeringMittelSehr hoch
IdentifikationKeineJaGeprüft
RechtswirkungGeringMittel= Handunterschrift
Typischer EinsatzInternB2B-VerträgeArbeitsverträge, Kredit
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Rechtliche Grundlagen der QES in Deutschland

eIDAS-Verordnung und Vertrauensdienstegesetz

Die rechtliche Basis der QES bildet die europäische eIDAS-Verordnung. Sie regelt elektronische Identitäten und Vertrauensdienste in der EU. Ergänzt wird sie in Deutschland durch das Vertrauensdienstegesetz (VDG).

Beide Vorschriften legen fest:

  • Wer qualifizierte Zertifikate ausstellen darf
  • Welche Sicherheitsstandards gelten
  • Wann eine QES rechtswirksam ist

Elektronische Form vs. Schriftform (§ 126a BGB)

Nach § 126a BGB kann die gesetzlich vorgeschriebene Schriftform durch eine QES ersetzt werden, sofern die elektronische Form nicht gesetzlich ausgeschlossen ist (z.B. § 623 BGB, § 766 BGB). Das bedeutet: Wenn das Gesetz eine Unterschrift verlangt, genügt eine qualifizierte elektronische Signatur.

Ohne QES bleibt die elektronische Form oft unwirksam.

Beweiskraft, Aufbewahrung & Archivierung

Ein elektronisches Dokument mit qualifizierter elektronischer Signatur besitzt vor Gericht eine sehr hohe Beweiskraft. Damit diese auch langfristig erhalten bleibt, sollten Sie:

  • Dokumente revisionssicher archivieren
  • Zertifikate und Prüfprotokolle aufbewahren
  • Langzeitvalidierung sicherstellen

Signaturkarte vs. QES – Was ist der Unterschied?

Früher nutzten viele Unternehmen sogenannte Signaturkarten für ihre E-Signaturen. Diese Chipkarten enthielten das qualifizierte Zertifikat und wurden mit Kartenlesegeräten verwendet.

Heute ersetzt die cloudbasierte QES diese Technik weitgehend:

  • Keine Hardware notwendig
  • Nutzung auf Smartphone und Laptop
  • Flexibler und skalierbarer

Eine qualifizierte elektronische Signaturkarte spielt daher im modernen Geschäftsalltag kaum noch eine Rolle.

Wie funktioniert die QES? Technische Anforderungen

Das qualifizierte Zertifikat

Ein qualifiziertes Zertifikat ist das zentrale technische und rechtliche Fundament der qualifizierten elektronischen Signatur. Es handelt sich dabei um eine Art digitales Identitätsdokument, das von einem staatlich zugelassenen Vertrauensdiensteanbieter ausgestellt wird und eindeutig bestätigt, wer eine elektronische Unterschrift erstellt hat.

Das Zertifikat ist ein elektronischer Datensatz, der personenbezogene Daten mit einem kryptografischen Schlüssel verknüpft. Es enthält unter anderem:

  • Ihren vollständigen Namen
  • Optional weitere Identifikationsmerkmale (z. B. Geburtsdatum)
  • Den öffentlichen kryptografischen Schlüssel
  • Den Namen des ausstellenden Anbieters
  • Die Gültigkeitsdauer
  • Eine eindeutige Zertifikatsnummer

Dieses Zertifikat ist nach der eIDAS-Verordnung als „qualifiziert“ anerkannt und erfüllt damit die höchsten gesetzlichen Sicherheitsanforderungen in der EU.

Wie funktioniert ein qualifiziertes Zertifikat?

Bei der Erstellung eines qualifizierten Zertifikats werden zwei zusammengehörige Schlüssel erzeugt:

  • Ein privater Schlüssel, der ausschließlich Ihnen gehört und geheim bleibt
  • Ein öffentlicher Schlüssel, der im Zertifikat enthalten ist

Wenn Sie ein Dokument mit einer QES unterschreiben, wird mit Ihrem privaten Schlüssel eine digitale Signatur erzeugt. Diese Signatur ist mathematisch mit dem Inhalt des Dokuments verknüpft.

Empfänger oder Prüfstellen können mit dem öffentlichen Schlüssel überprüfen, ob:

  • die Signatur tatsächlich von Ihnen stammt
  • das Dokument unverändert ist
  • das Zertifikat zum Zeitpunkt der Signatur gültig war

So entsteht eine fälschungssichere Verbindung zwischen Person, Dokument und Unterschrift.

Wozu dient ein qualifiziertes Zertifikat?

Das qualifizierte Zertifikat erfüllt drei zentrale Funktionen:

1. Identitätsnachweis
Es bestätigt eindeutig, dass Sie die unterzeichnende Person sind. Dadurch wird Identitätsmissbrauch ausgeschlossen.

2. Integritätsschutz
Es stellt sicher, dass das Dokument nach der Unterschrift nicht verändert wurde. Jede nachträgliche Manipulation wird erkennbar.

3. Rechtsverbindlichkeit
Durch das qualifizierte Zertifikat entsteht eine zertifizierte elektronische Signatur, die gesetzlich einer handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist.

Wie erhält man ein qualifiziertes Zertifikat?

Ein qualifiziertes Zertifikat können Sie ausschließlich über einen zertifizierten Vertrauensdiensteanbieter beziehen. Der Prozess umfasst folgende Schritte:

1. Registrierung bei einem Anbieter
Zunächst melden Sie sich bei einem zugelassenen Anbieter oder einer Signaturplattform an, die QES unterstützt.

2. Persönliche Identitätsprüfung
Anschließend erfolgt eine gesetzlich vorgeschriebene Identifikation, zum Beispiel über:

  • Video-Ident-Verfahren
  • Elektronischen Personalausweis (eID)
  • Bank-Ident-Verfahren
  • Auto-Ident-Verfahren
  • Persönliche Identifikation vor Ort

Dabei wird geprüft, ob Ihre Angaben mit einem amtlichen Ausweisdokument übereinstimmen.

3. Ausstellung des Zertifikats
Nach erfolgreicher Identifikation erstellt der Anbieter Ihr persönliches qualifiziertes Zertifikat. Es wird sicher in einer zertifizierten Umgebung gespeichert.

4. Aktivierung und Nutzung
Nach der Ausstellung können Sie das Zertifikat sofort für qualifizierte elektronische Signaturen verwenden.

Wie lange ist ein qualifiziertes Zertifikat gültig?

Qualifizierte Zertifikate sind zeitlich begrenzt und meist zwischen ein und drei Jahren gültig. Nach Ablauf müssen Sie ein neues Zertifikat beantragen, da aus Sicherheits- und Rechtsgründen keine automatische Verlängerung ohne erneute Prüfung möglich ist.

Bereits signierte Dokumente behalten ihre Gültigkeit, solange das Zertifikat zum Zeitpunkt der Unterschrift gültig war und korrekt archiviert wurde.

Die qualifizierte Signaturerstellungseinheit (QSCD)

Die QSCD (Qualified Signature Creation Device = dt. qualifizierte Signaturerstellungseinheit) ist eine speziell geprüfte und zertifizierte technische Umgebung, in der Ihre qualifizierte elektronische Signatur erzeugt wird. Sie stellt sicher, dass Ihr privater Signaturschlüssel geschützt bleibt und ausschließlich von Ihnen selbst genutzt werden kann.

Nach der eIDAS-Verordnung darf eine QES nur dann als qualifiziert gelten, wenn sie mit einer anerkannten QSCD erstellt wurde.

Früher bestand eine QSCD häufig aus einer physischen Signaturkarte mit Kartenleser. Heute handelt es sich in den meisten Fällen um hochsichere Cloud-Systeme.

1. Hardwarebasierte QSCD

Diese bestehen aus physischen Geräten, zum Beispiel:

  • Signaturkarten mit Kartenleser
  • USB-Sicherheits-Token
  • Smartcards

Sie speichern den privaten Schlüssel lokal beim Nutzer. Diese Variante wird heute vor allem in Spezialfällen eingesetzt.

2. Cloudbasierte QSCD

Moderne Anbieter setzen meist auf cloudbasierte QSCD-Systeme. Hier wird der private Schlüssel in einem zertifizierten Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) in der Cloud gespeichert.

Die Vorteile dieser Lösung:

  • Keine zusätzliche Hardware
  • Nutzung auf Smartphone, Tablet und PC
  • Zentrale Sicherheitsupdates
  • Hohe Skalierbarkeit

Für Unternehmen ist diese Variante besonders praktikabel.

Wie funktioniert eine QSCD im Signaturprozess?

Der Ablauf bei der Nutzung einer QSCD folgt einem klaren Sicherheitskonzept:

1. Start des Signaturvorgangs
Sie öffnen das Dokument und starten den Signaturprozess über eine Online-Plattform.

2. Authentifizierung des Unterzeichnenden
Bevor die QSCD aktiv wird, müssen Sie sich eindeutig authentifizieren, zum Beispiel durch:

  • SMS-TAN
  • App-Freigabe
  • Biometrische Bestätigung
  • PIN-Eingabe

Damit wird sichergestellt, dass wirklich Sie den Vorgang auslösen.

3. Freigabe der Signatur
Nach erfolgreicher Authentifizierung erteilen Sie aktiv Ihre Zustimmung zur Unterschrift. Erst dann wird der Signaturschlüssel aktiviert.

4. Erstellung der digitalen Signatur
Die QSCD verwendet Ihren privaten Schlüssel, um aus dem Dokument eine kryptografische Signatur zu erzeugen.

5. Verknüpfung mit dem Dokument
Die erzeugte Signatur wird fest in das Dokument eingebettet. Zusätzlich werden Zeitstempel und Zertifikatsinformationen angehängt.

6. Abschluss und Protokollierung
Der gesamte Vorgang wird protokolliert. Dadurch ist später nachvollziehbar, wann, wie und durch wen die Signatur erstellt wurde.

Der Signaturprozess Schritt für Schritt

Mit Hilfe des qualifizierten Zertifikats und der QSCD lässt sich ein Dokument in einem einfachen Prozess unterschreiben:

  • Dokument hochladen
  • Signaturanfrage versenden
  • Identität bestätigen (z. B. Video-Ident)
  • Sicherheitscode eingeben (z.B. per Zwei-Faktor-Authentifizierung)
  • Dokument qualifiziert signieren
  • Signiertes Dokument archivieren

Wann brauche ich eine QES?

Eine qualifizierte elektronische Signatur benötigen Sie immer dann, wenn das Gesetz ausdrücklich die Schriftform verlangt oder besonders hohe Anforderungen an die Beweiskraft eines Dokuments stellt. In diesen Fällen reicht eine einfache oder fortgeschrittene elektronische Signatur nicht aus, da sie die gesetzlichen Vorgaben nicht vollständig erfüllt.

Zu den wichtigsten gesetzlichen Pflichtfällen gehören unter anderem:

  • Befristete Arbeitsverträge, deren Befristungsabrede der Schriftform bedarf (§ 14 Abs. 4 TzBfG)
  • Bestimmte Kredit- und Verbraucherdarlehensverträge
  • Gesellschaftsrechtliche Erklärungen mit Schriftformerfordernis
  • Nachvertragliche Wettbewerbsverbote (§ 74 HGB)

In all diesen Situationen ersetzt nur die qualifizierte elektronische Signatur die handschriftliche Unterschrift rechtssicher. Ohne QES kann der Vertrag oder die Erklärung unwirksam sein.

Doch nicht nur gesetzliche Vorgaben sprechen für den Einsatz einer QES. Auch bei wirtschaftlich wichtigen Dokumenten mit hohem Haftungsrisiko ist eine QES empfehlenswert, selbst wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.

Anwendungsbereiche für eSignaturen mit Notwendigkeit oder Empfehlung
Übersicht der Anwendungsbereiche der qualifizierten elektronischen Signaturen

Wann benötigt man keine QES?

In manchen Bereichen ist eine QES nicht zwingend erforderlich, und die FES ist eine passende Alternative. Die FES bietet höhere Sicherheit als eine EES und erfüllt gängige Anforderungen an Authentizität und Integrität.

Liste von Verträgen und Vereinbarungen, für die keine QES erforderlich ist
Übersicht: In welchen Bereichen ist die einfache oder fortgeschrittene elektronische Signatur ausreichend.

Anwendungsfälle der QES – Wer braucht sie wofür?

In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen einige Anwendungsfälle aus Praxis und Wirtschaft vor. Hier erfahren Sie, welche konkreten Dokumente und Branchen besonders von der QES profitieren und in welchen Bereichen sie heute bereits Standard ist. Einige gängige Beispiele:

BereichDokumentWarum QES?
FinanzenSEPA-MandateHaftungsrisiko
HRArbeitsverträgeGesetzliche Schriftform
ImmobilienKaufverträgeHohe Rechtssicherheit
ITLizenzverträgeLangfristige Bindung
VerwaltungAnträgeRechtsverbindlichkeit

SEPA-Mandate

Mit einem SEPA-Mandat erteilt ein Kunde einem Unternehmen die Erlaubnis, regelmäßig oder einmalig Geld von seinem Konto einzuziehen. Da damit ein direkter Zugriff auf das Bankkonto verbunden ist, gelten besonders hohe Anforderungen an Identitätsnachweis, Nachvollziehbarkeit und Beweiskraft.

Eine qualifizierte elektronische Signatur stellt sicher, dass das Mandat eindeutig einer Person zugeordnet werden kann und rechtlich genauso verbindlich ist wie eine handschriftlich unterzeichnete Papierfassung.

HR & Recruiting

In einigen europäischen Ländern (u.a. Deutschland) ist die QES bei digital abgeschlossenen Arbeitsverträgen erforderlich, insbesondere bei unbefristeten oder befristeten Arbeitsverträgen.

Für Dienstleistungs- und Werkverträge wird die QES empfohlen, um sicherzustellen, dass der Vertrag auch digital rechtsverbindlich und fälschungssicher ist.

Frau Richter – HR-Managerin der Mankido GmbH – sagt: „Wir nutzen Paperless zum Signieren unserer Arbeitsverträge. Damit versenden wir den Vertrag bequem per Email mit qualifizierter elektronischer Signatur direkt an zukünftige Mitarbeiter, und sparen damit viel Zeit, Papier und Portokosten.“

Finanz- und Versicherungsbereich

Kreditverträge und bestimmte Versicherungsverträge, wie Lebensversicherungen, können eine QES erfordern, wenn sie digital abgeschlossen werden, um die Identität und Zustimmung des Unterzeichners sicherzustellen.

Für Finanz- und Versicherungstransaktionen mit hohen Summen oder langfristigen Verpflichtungen wird die QES empfohlen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden und eine eindeutige Verbindlichkeit sicherzustellen.

IT & Software

Im Bereich IT & Software kommt die qualifizierte digitale Signatur besonders häufig bei langfristigen Lizenzvereinbarungen, SaaS-Verträgen mit hohem Volumen und Rahmenverträgen mit strategischen Partnern zum Einsatz.

Darüber hinaus spielt die QES im IT-Umfeld eine wichtige Rolle bei Datenschutz- und Sicherheitsvereinbarungen, Auftragsverarbeitungsverträgen (AVV) sowie bei Verträgen mit Behörden oder regulierten Branchen, die hohe Anforderungen an die Unterschrift stellen.

Pharma & Medizintechnik

Im Bereich Pharma & Medizintechnik spielt die qualifizierte elektronische Signatur eine zentrale Rolle bei der rechtssicheren Dokumentation von Forschungs-, Entwicklungs- und Zulassungsprozessen.

Auch bei qualitätsrelevanten und haftungskritischen Dokumenten setzen Unternehmen die QES ein. Dazu zählen zum Beispiel Freigaben nach GMP- und ISO-Standards, Liefer- und Rahmenverträge mit Herstellern, Validierungsberichte sowie Vereinbarungen zur Produkthaftung.

Gesundheitswesen

In einigen Ländern werden für bestimmte digital erstellte Patienteneinwilligungen qualifizierte Signaturen verlangt.

Bei digitalen Arztzeugnissen, Rezepten oder Attesten kann eine QES die Echtheit sichern, auch wenn sie oft nicht vorgeschrieben ist.

Immobilienbranche

Immobilienkaufverträge und Grundbucheinträge müssen in vielen Ländern notariell beglaubigt werden. In einigen europäischen Staaten ist diese Beglaubigung auch digital mit einer QES möglich.

Miet- und Pachtverträge können durch eine QES rechtliche Sicherheit und eine klare Zuordnung der Unterschrift gewinnen.

Rechts- und Notardienstleistungen

Digitale notarielle Dokumente, wie Vollmachten und bestimmte Beglaubigungen, erfordern oft eine QES, um rechtskräftig zu sein.

Digitale Testamente und Erbschaftsdokumente profitieren durch die QES von zusätzlicher Rechtssicherheit.

Behördliche und öffentliche Dokumente

Bestimmte digitale Steuererklärungen oder Anmeldungen bei Behörden sowie Unternehmensregistrierungen können in einigen Ländern eine QES erfordern.

Baugenehmigungen und ähnliche Anträge profitieren von der QES, um die Authentizität zu gewährleisten.

QES in der EU vs. in der Schweiz

Innerhalb der EU ist die QES durch eIDAS vollständig anerkannt. Ein in Deutschland ausgestelltes Zertifikat gilt auch in Frankreich oder Spanien.

In der Schweiz existiert mit der ZertES ein eigenes System. Schweizer qualifizierte Signaturen sind nicht automatisch mit der EU-QES gleichgestellt. Bei grenzüberschreitenden Verträgen sollten Sie daher vorab prüfen, welche Regelungen für E-Signaturen gelten.

Wie erhalte ich eine QES?

Bereitstellung durch Vertrauensdiensteanbieter

Eine QES gewährleistet höchste Sicherheit und rechtliche Gültigkeit in der digitalen Welt. Doch wie erfolgt die Erstellung einer QES?

Im Vergleich zu einfacheren Signaturen wie der EES und FES muss der Unterzeichner bei der QES kurz vor der Unterschrift eindeutig identifiziert werden.

Eine QES erhalten Sie deshalb ausschließlich über zugelassene Anbieter. Eine offizielle Übersicht stellt die Bundesnetzagentur bereit.

Sichere und einfache Identifizierungsmethoden:

Übersicht der Identifikationsverfahren für eSignaturen
Identifizierungsmethoden: Video-Ident, eID, Bank-Ident und biometrische Identifizierung
  • Video-Ident-Verfahren: Ein Videoanruf mit einem Mitarbeiter ermöglicht die Identifikation durch Vorlage eines Ausweises.
  • eID (elektronischer Personalausweis): Durch das Halten des Ausweises an ein NFC-fähiges Gerät und die Eingabe einer PIN wird die Identität digital bestätigt.
  • Bank-Ident-Verfahren: Der Unterzeichnende meldet sich bei seinem Online-Banking-Konto an, woraufhin die Bank die Identität bestätigt.
  • Biometrische Identifizierung (Auto-Ident): Ein Selfie wird automatisch mit dem Ausweisfoto abgeglichen.

Qualifizierte elektronische Signatur erstellen in 5 Schritten:

QES erstellen Schritt für Schritt
Eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) erstellen – Schritt für Schritt Anleitung.

Um eine QES zu erstellen, folgen Sie einfach dieser Anleitung:

  1. Dokument auswählen und vorbereiten: Das zu signierende Dokument wird vorbereitet.
  2. Dokument an den Unterzeichner senden: Der Absender sendet das Dokument per E-Mail an die zu unterzeichnende Person.
  3. Identitätsprüfung des Unterzeichners: Nach Durchsicht und Prüfung des Dokuments erfolgt die eindeutige Identifikation des Unterzeichners.
  4. Sicherheitscode erhalten und eingeben: Nach erfolgreicher Identifikation erhält der Unterzeichner einen einmaligen Sicherheitscode per SMS.
  5. Dokument erhalten und speichern: Das signierte Dokument wird per E-Mail versendet und enthält alle relevanten Signaturinformationen.
Das klingt nach viel Aufwand? Mit Paperless ist das Signieren mit einer QES unkompliziert und benutzerfreundlich.

QES mit Paperless erstellen

Bei Paperless legen wir großen Wert auf Sicherheit und Flexibilität. Deshalb bieten wir alle gängigen Identifizierungsmethoden – von Video-Ident bis eID.

Mit Paperless ist das Signieren mit einer QES außerdem unkompliziert und benutzerfreundlich. Paperless führt Sie bequem durch alle zu erledigenden Schritte.

Das bietet Paperless:

  • Alle gängigen Ident-Verfahren
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  • Revisionssichere Archivierung

Entscheidungsmatrix – EES, FES oder QES?

Welche der drei Signaturstufen Sie wählen sollen, hängt immer vom rechtlichen Rahmen und Haftungsrisiko ab.

Bei der Auswahl zwischen einer einfachen, fortgeschrittenen und qualifizierten elektronischen Signatur spielen zwei Hauptfaktoren eine Rolle:

  • Gesetzliche Anforderungen: Wenn das Dokument die Schriftform verlangt, ist eine QES vorgeschrieben.
  • Haftungsrisiko: Bei Dokumenten mit hohem finanziellen oder rechtlichen Risiko empfiehlt sich eine FES oder QES.
Grafik zur Auswahl elektronischer Signaturen nach Haftungsrisiko
Genau das richtige Maß an Sicherheit: Den optimalen Signaturtyp für Ihre Anforderungen auswählen.

QES-Anbieter im Vergleich – Paperless, DocuSign, Adobe Sign & Co.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über einige E-Signing-Anbieter bzw. ihre Produkte, mit denen sich digitale Unterschriften erstellen lassen.

AnbieterSitzQES?IdentifizierungBesonderheit
PaperlessDeutschlandVideo-Ident, eID, Auto-Ident, In-Person IdentEinfache Einrichtung, system- und softwareunabhängig, deutscher Anbieter
DocusignUSAVideo-Ident, eID, Auto-IdentEnterprise-Fokus, komplex in der Einrichtung
Adobe SignUSAVideo-Ident, eIDNur sinnvoll für bestehende Adobe-Nutzer
SkribbleSchweizVideo-Ident, eID, Auto-IdentDACH-Fokus, aber CH-lastig
YousignFrankreichAuto-IdentEU-fokussiert, französischer Anbieter

Häufig gestellte Fragen zur qualifizierten elektronischen Signatur (QES)

1. Was zählt als qualifizierte elektronische Signatur?

Als qualifizierte elektronische Signatur zählt nur eine elektronische Signatur, die mit einem qualifizierten Zertifikat eines zugelassenen Vertrauensdiensteanbieters erstellt wurde. Zusätzlich muss der Unterzeichnende zuvor eindeutig identifiziert worden sein.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, gilt die Signatur rechtlich als QES und ist einer handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt.

2. Was ist der Unterschied zwischen elektronischer und digitaler Signatur?

Der Begriff „elektronische Signatur“ beschreibt grundsätzlich jede Form einer Unterschrift in elektronischer Form. Die „digitale Signatur“ bezieht sich dagegen auf das technische Verfahren, bei dem kryptografische Methoden eingesetzt werden. Eine QES nutzt genau diese Technologie in Kombination mit einem qualifizierten Zertifikat.

3. Was ist der Unterschied zwischen EES, FES und QES?

Die einfache elektronische Signatur (EES) ist die grundlegendste Form und bietet wenig Sicherheit. Die fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) bietet bereits mehr Schutz. Die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist die höchste Sicherheitsstufe und entspricht rechtlich einer handschriftlichen Unterschrift.

4. Ist die QES in Deutschland rechtsgültig?

Ja, die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist in Deutschland rechtsgültig und entspricht der handschriftlichen Unterschrift. Die QES erfüllt die Anforderungen der eIDAS-Verordnung, die in allen EU-Ländern gültig ist.

5. Wann benötige ich eine QES – und für welche Dokumente?

Eine QES ist erforderlich, wenn eine rechtlich sichere digitale Signatur benötigt wird, z.B. bei Arbeitsverträgen, Immobilienkäufen oder Kreditverträgen.

6. Welche Dokumente sollten immer mit QES unterzeichnet werden?

Dokumente wie Arbeitsverträge, Kreditverträge, Immobilienverträge und notarielle Dokumente sollten mit einer QES unterzeichnet werden.

7. Wann ist eine QES nicht erforderlich?

Für Verträge mit geringem rechtlichen Risiko, wie z.B. NDAs, ist keine QES erforderlich. Hier reicht häufig eine FES aus.

8. Ist die QES auch außerhalb der EU gültig?

Innerhalb der EU ist die QES durch die eIDAS-Verordnung anerkannt. Außerhalb der EU hängt die Anerkennung von den jeweiligen nationalen Gesetzen ab.

9. Wie bekomme ich eine qualifizierte elektronische Signatur?

Eine QES erhalten Sie über einen zertifizierten Vertrauensdiensteanbieter. Dort registrieren Sie sich und durchlaufen eine Identitätsprüfung.

Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie ein qualifiziertes Zertifikat.

10. Wie lange dauert die Einrichtung?

Die Einrichtung einer QES dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die Identitätsprüfung ist oft innerhalb von 5 bis 15 Minuten abgeschlossen.

11. Kann ich eine QES auf dem Smartphone erstellen?

Ja, moderne Anbieter ermöglichen die Erstellung einer QES vollständig auf dem Smartphone.

12. Wer bietet qualifizierte elektronische Signaturen an?

Qualifizierte elektronische Signaturen dürfen nur von zugelassenen Vertrauensdiensteanbietern ausgestellt werden.

13. Wie prüft man eine qualifizierte elektronische Signatur?

Eine QES lässt sich mit spezieller Prüfsoftware oder integrierten PDF-Viewern überprüfen.

14. Was passiert, wenn mein Zertifikat abläuft?

Wenn Ihr Zertifikat abläuft, können Sie damit keine neuen Dokumente mehr signieren. Bereits signierte Dokumente bleiben jedoch gültig.

15. Was kostet eine qualifizierte elektronische Signatur?

Was eine qualifizierte elektronische Signatur kosten kann, variiert je nach Anbieter und Nutzungsmodell. Für Unternehmen mit hohem Signaturvolumen lohnen sich Paketlösungen.

Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass die Informationen in diesem Blogartikel allgemeiner Natur sind und keine rechtliche Beratung ersetzen.

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